Cat Deal – Die Kunst zu stehlen

Wer mit 16 Jahren seinen Lebensunterhalt mit Fassendklettern und Einbrüchen in Wohnungen und Häuser wohlhabender Londoner bestreitet, hat zweifelsohne eine Menge kriminelle Energie. Wer mit 16 Jahren alleine auf einem Hausboot wohnt, weil das geliebte Haustier in Gestalt von Ratte Simon nicht mit den Hygienevorschriften mit dem von der Tante betriebenen Pub in Einklang zu bringen ist, nicht im Chaos versinkt, regelmäßig die Schule besucht, bei außerordentlicher Intelligenz passable Noten hat, weil man gerade das Nötigste tut, hat offenbar ein paar wesentliche Dinge fürs Leben bereits verinnerlicht.

Cat, die als Achtjährige bei einem Attentat ihren Vater verloren hat und deren Mutter unbekannt ist, lebt zunächst einige Jahre bei ihrer Tante, bis sie mit besagtem Haustier auszieht. Ihre Karriere als Diebin verläuft rasant und beginnt aus einer Laune heraus. Wohlwissend, wie es ist mit wenig Geld auskommen zu müssen und für dieses Wenige hart zu arbeiten, beschließt sie nur ausgesprochen Wohlhabende Leute zu bestehlen. Natürlich ändert dies nichts an der Tatsache, dass sie gegen das Gesetz verstößt, aber das hat Robin Hood schließlich auch und spätestens seit dieser charismatische Held Eingang in den literarischen Kanon gefunden hat, weiß man um die Schwierigkeit zwischen Gesetz und Gerechtigkeit. Genau an diesem neuralgischen Punkt setzt Kate Frey mit ihrer bestechend konstruierten Geschichte an.

In Lord Peter findet Cat einen Mentor, der es sich als angesehenes Mitglied der Londoner High Society zur Aufgabe gemacht hat, Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Der Blick hinter die Kulissen des weltweiten Kunstbetriebs ist verstörend und spannend und einmal mehr wird die Frage nach Recht und Gerechtigkeit bzw. Moral und Unmoral aufgeworfen.

Buchtipp von Minea Süss 

Ab 13 Jahre.

Frey, Kate: Cat Deal. Die Kunst zu stehlen, Ueberreuter, 2017, € 14,95.

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