Ein gruseliger Geburtstag auf dem Friedhof

Am nächsten Morgen beschließt Herr Blechstein wieder seine alltägliche Runde zu drehen. Als er sich die Jacke anzieht, denkt er nochmal an die fünf Hundewelpen. Er kann kaum glauben, dass er sich tatsächlich einen ausgesucht hat. Schwarze Schlappohren und weiße Flecken hat der kleine Rüde, der in zwei Wochen bei ihm einziehen wird. Einen Namen hat er sich auch schon ausgedacht. Hamburger, findet er, passt gut.

Nachdem er beim Bäcker sein belegtes Brötchen gegessen hat, geht er weiter durch die Stadt. Als er am Friedensplatz steht, sieht er den bunten Pavillon an der Budapester Straße. Wie schön denkt er, die Buchhandlung gibt es auch noch. Lange steht er am Schaufenster vom kleinen Laden und staunt, wie viele Bücher für Kinder es heute gibt. Dann geht Herr Blechstein die Treppe neben dem Laden runter und schüttelt den Kopf über die scheußlichen Graffiti an der Wand. Er rümpft die Nase, weil es nicht angenehm riecht. Hier ist es nicht schön geht es ihm durch den Kopf. Als er unter der Brücke  vom Florentiusgraben steht, fällt ihm ein, dass Frau Schaaf ihm vor kurzem erzählt hat, wie eine Frau in dem dunkelgrauen Haus vor ihm von der Polizei verhaftet wurde. Er sieht es genau vor sich. Frau Schaaf kann nämlich sehr gut erzählen. Was genau passiert ist, konnte Frau Schaaf aber nicht herausfinden.

Plötzlich klingelt das Telefon. Freude schöner Götterfunken tönt es aus der Hosentasche. Hastig zieht es Herr Blechstein heraus. Er überlegt, wo er drücken muss. Der grüne Punkt schießt es ihm durch den Kopf. Er muss den grünen Punkt drücken. Gut, dass Frau Schaaf ihm nochmal alles erklärt hat. Entschlossen berührt er den Punkt. Frau Schaafs Stimme ertönt. Sie erinnert ihn an das Treffen auf dem Alten Friedhof. Sie will ihm dort etwas sehr aufregendes zeigen.

Auf dem Weg zum Friedhof fing es an zu regnen. Die Tropfen prasselten auf den Schirm, den er gar nicht so schnell aufbekam. Durch die Nässe wurde ihm kalt. Besonders an den Händen. Die Schlinge vom Regenschirm machte er sich um das Handgelenk, damit er sich die Hände reiben konnte. Dabei lief er die ganze Zeit weiter und schaute sich die Gräber an. Manche waren ziemlich gruselig. Besonders der Steinsarg mit den Löwenfüßen sah aus wie aus einem Vampirfilm. Nun musste er sich überwinden, um das Grab mit der Nummer 64 zu finden. Dort wartete Frau Schaaf auf ihn. Fünf Minuten später war er da. Schaafhausen las er auf dem Grabstein. Fragend schaute er zu Frau Schaaf. Die erklärte ihm nun, dass die Familie von ihrem Vater Schaaf hieß und die von ihrer Mutter Schaafhausen. Sie standen vor dem Grab der Oma, die heute 100 Jahre alt geworden wäre. Deshalb hat Frau Schaaf auch einen schönen Blumenstrauß dabei.

Emma, Beda, Julius, Pauline, Sophia

Zarah & Zottel – Ein Pony auf vier Pfoten

Als wir 1989 aus ländlicher Ruhrgebietsidylle an den Niederrhein gezogen sind, haben meine Eltern es geschafft, den bevorstehenden Umzug als Abenteuer darzustellen. Meine Geschwister und ich haben uns gefreut und höchst motiviert die Schätze aus dem Kinderzimmer in Kartons gepackt. Alles war wunderbar, bis nach den Sommerferien der erste Schultag vor der Tür stand. Über die Tatsache, dass wir in der Schule plötzlich die bzw. der Neue sein werden hat keiner von uns nachgedacht. Die neugierigen und bisweilen auch ablehnenden Blicke in den ersten Tagen wird wohl keiner von uns vergessen.

In der herrlich unkonventionellen Vor- und Selbstlesegeschichte von Jan Birck, erfährt die unternehmungslustige Zarah in der neuen Umgebung zunächst eine mehr als deutlich vorgetragene Ablehnung. Hubert und die anderen Kinder im Hof reklamieren das Terrain für sich und Zarah trottet enttäuscht zurück in die Wohnung. Die Mutter, ein Multitalent im Benutzen von Bohrmaschine und anderen Gerätschaften, rät der Tochter zu einem erneuten Versuch der Kontaktaufnahme. Dieser gerät allerdings vollkommen anders, als Mutter und Leser sich vorstellen. Zarah beschließt einen vierbeinigen Freund zu suchen. Ein Pferd, besser noch ein Pony, denn das ist handlicher und passt auch in den Aufzug. Wer nun glaubt, der Wunsch stelle sich als Hirngespinst heraus, irrt. Die fidele Zarah findet im „Laden für alles“, tatsächlich ein Pony, Die frappierende Ähnlichkeit mit einem Hund wird erfolgreich ausgeblendet und es dauert auch nicht lange, bis Pony Zottel und die stolze Besitzerin in einer blitzschnell durchgeführten Rettungsaktion nicht nur Huberts, sondern auch die Herzen der anderen Kinder gewinnen. Dass der Ladenbesitzer sich mit  – von den Kindern zusammengelegten – € 6,50 für den Ponyhund begnügt und die Mutter als alleinerziehende Notärztin aufgrund des Umzugs gerade kein Geld für ein Tier übrig hat, macht die einzelnen Figuren noch sympathischer.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 6 Jahre.

Birck, Jan: Zarah & Zottel – Ein Pony auf vier Pfoten, Sauerländer Fischer, 2017, € 9,99.

 

30 Experimente zum Ekeln und Gruseln

schleim-und-schlimmerDas waren noch Zeiten, als wir im Sommer auf der Terrasse Backpulverbomben mithilfe von Fotofilmröhrchen und ein bisschen Wasser laut ploppend und schäumend in erstaunliche Höhen katapultierten. Angesichts multifunktionaler Kleinstgeräte, die nicht nur der Verständigung, sondern auch dem Ablichten jeglicher sich anbietender Motive dienen, ist der analoge Fotoapparat eine vom Aussterben bedrohte Spezies und das schwarze Plastikdöschen mit dem grauen Deckel ist heutigen Heranwachsenden kein Begriff mehr. Dank einer Firma, die eine kleine gelbe Plastikkapsel mit innovativen Spielideen bestückt und  das Ganze in einer Schokoladenhohlform unterbringt, müssen wissbegierige und experimentierfreudige Kinder auch heutzutage nicht auf das Vergnügen verzichten die enorme Kraft von Backpulver außerhalb des normalen Anwendungsbereichs in der Küche zu erleben.

In seinem Buch „Schleim und Schlimmer“ stellt Christoph Gärtner eine Vielzahl einfach nachzumachender Experimente vor, deren „Zutaten“ in jeder Küche zu finden, bzw. leicht zu beschaffen sind. Angeleitet und erklärt werden die Experimente von Dr. Schlimmer und seinem Assistenten Schleim. „Zutaten“, Aufbau und Durchführung sind gut verständlich dargestellt. Die Ringbindung des Buches ermöglicht ein Aufschlagen ohne Hilfsmittel wie z. B. Buchständer o. ä. Der Versuch selber wird Schritt für Schritt mithilfe von Fotos und kurzen Textblöcken erklärt. Wissenswertes findet sich ergänzend in pink umrandeten Kästchen, sodass man nebenbei eine Menge über Biologie, Chemie und Physik lernt, ohne es zu merken. Bis auf die Versuche, die den Einsatz von Feuer verlangen, ist meines Erachtens die Anwesenheit von Erwachsenen nicht unbedingt erforderlich. Der systematische, übersichtlich und kurz gehaltene Aufbau ermöglicht Kindern ab 9 Jahren eine selbstständige  Durchführung.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 9 Jahre.

Gärtner, Christoph: Schleim und Schlimmer, 30 Experimente zum Ekeln und Gruseln, Ravensburger, 2016, € 12,99.

Bilderbuchvorstellung am Samstag, d. 13.06.15

243x0_fit_resize_up_Marco_und_FantinaWir freuen uns, dass am kommenden Samstag um 12.00 Uhr Annie Duchez ihr Bilderbuch „Marco und Fantina nach einer wahren Storchengeschichte“ vorstellt.

Die liebevoll illustrierte und erzählte Geschichte hat die freischaffende Autorin und Illustratorin für Kinder ab 3 Jahren konzipiert.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Störche Marco und Fantina, die sich jedes Jahr am Ende des Sommers voneinander verabschieden, um sich erst im darauffolgenden Frühjahr wiederzusehen. Da Fantina einen verletzten Flügel hat, kann sie den Flug in den Süden nicht gemeinsam mit Marco antreten.

Der Erlös des Buches wird dem Verein „Kleiner Lernspatz e. V.“ gespendet.

Erste Kalender für 2016

Liliane Susewind Kalender 2016Im Jahresverlauf haben wir zwar noch nicht einmal Bergfest gefeiert, aber die zweite bzw. letzte Hälfte des Jahres lässt schon grüßen.

Heute sind die ersten Kalender für 2016 eingetroffen. Insbesondere die Liliane Susewind Fangemeinde darf sich freuen, da es nun zum ersten Mal einen Abreißkalender mit der beliebten Figur gibt.

Auf 365 Blättern verteilt sich ein buntes Potpourri aus Fragen, Rezepten, Rätseln, Basteltipps und wissenswerten Dingen rund um das Thema Tier.

 

Fischer Verlag, Liliane Susewind – Mein Kalender für jeden Tag 2016, 9,99 €

Ab 7 Jahre